WAS MACHT DER VAGUSNERV?

Besteht ein Zusammenhang zwischen Vagusnerv und dem hormonellen Wohlbefinden?

Fühlst du dich niedergeschlagen und unmotiviert? Du bist dir nicht sicher warum? Oder hast du dich vielleicht ängstlich gefühlt, obwohl du normalerweise ziemlich entspannt bist?

Kennst du den Begriff Vagusnerv?

Lass uns in diesem Artikel herausfinden in welchem Zusammenhang der Vagusnerv mit unserem allgemeinen Gesundheitszustand steht.

Was ist der Vagusnerv?

Der Vagusnerv ist der Hauptnerv eines Teils des Nervensystems, der als Parasympathikus bezeichnet wird. Er ist Teil des autonomen Nervensystems. Es ist der vorrangige Weg, über den Darm und Gehirn miteinander kommunizieren. Dieses System hilft uns dabei auszuruhen, zu erholen und zu verdauen. Der Vagusnerv verläuft von unserem Hirnstamm zu unserem Dickdarm. Damit verbindet er einen Großteil unserer Hauptorgane, insbesondere der Organe aus denen unser Darm besteht.

 

Der Vagusnerv setzt sich aus verschiedenen sensorischen Bahnen zusammen:

1) Der somatischen Bahn. Dies sind die Empfindungen, die wir in unseren Muskeln und unserer Haut spüren.

2) Der viszeralen Bahn, Empfindungen, die wir in den Organen unseres Körpers spüren.

3) Er besteht auch aus motorischen Bahnen, die an der Stimulation der Muskeln beteiligt sind. Diese sind in unserem Mund und Rachen, stimulieren unser Herz und stimulieren die unwillkürlichen Bewegungen in unserem Darm, durch die sich Nahrung bewegt.

 

Die Funktion des Vagusnervs

Die wichtigste Funktion des Vagusnervs besteht darin, Informationen über die inneren Organe Leber, Herz und Lunge ins Gehirn zu transportieren.

Durch diese Botschaften fällt unsere Herzfrequenz, Atemfrequenz und die Gallenfunktion setzt ein, Enzyme und Magensäure werden erhöht.

Weiterhin werden Informationen vom Darm zu unserem Gehirn gesendet.

Der HPA-Achsenweg, der unsere Reaktion auf Stress steuert, wird dadurch reguliert.

 

Damit sich die Nahrung durch den Trakt bewegen kann stimuliert der Vagusnerv Kontraktionen im Verdauungstrakt, einschließlich der Speiseröhre, des Magens und des Darms.

Zusammen mit Hormonen bestimmen die vagalen Efferenzen die Absorptionsrate unserer Nährstoffe, sowie die Speicherung und Verwertung.

Diese sind ebenfalls an der Kontrolle der Nahrungsaufnahme und der Regulierung des Sättigungsgefühls, der Entleerung des Magens und des Energiehaushalts beteiligt.

 

Der Vagusnerv ist auch wichtig für die Regulierung des Immunsystems und bei Entzündungen. Der Vagusnerv sendet entzündungshemmende Signale über drei verschiedene Wege an andere Körperteile.

Über die HPA Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse)

Über den Milznerv (stimuliert Freisetzung von Noradrenalin)

Über den cholinerger Weg* (Hemmung entzündlicher Moleküle)

*Der cholinerge entzündungshemmende Weg reguliert die angeborene Immunantwort auf Verletzungen, Krankheitserreger und Gewebeischämie. (siehe: Cholinerger entzündungshemmender Weg)

Zusammengefasst ist zu sagen – der Vagusnerv ist an unserem Wohlbefinden merklich beteiligt und sollte auf jeden Fall gepflegt und stimuliert werden. Der Vagusnev wird oft nicht als wichtig verstanden. Wenn man jedoch die Zusammenhänge zwischen Vagusnerv und dem kompletten Körpersystem, inklusive dem Einfluß auf unsere Hormonbalance, erkennt, ist es nur logisch für den Vagusnerv unterstützend etwas in den Alltag einzubauen. 

Funktionsweise des Vagusnervs

Einfache Übungen, mit denen du deinen Vagusnerv stimulieren kannst.

Es gibt verschiedene einfache Übungen, mit denen du die Vagusstimulation und die Kommunikation zwischen deinem Darm und deinem Gehirn verbessern kannst:

Kälte

Studien haben gezeigt, dass das Eintauchen in kaltes Wasser oder sogar das Eintauchen des Gesichts in kaltes Wasser ein wirksames Mittel ist, um die parasympathische Nervenaktivität zu steigern.

Singen

Summen oder Singen aktiviert das Nervensystem und den Vagusnerv, indem es die Muskeln in Hals, Nacken und Lunge betätigt. Der Vagusnerv wird von den Stimmbändern und dem Innenohr durchdrungen. Durch das Singen werden Vibrationen erzeugt die den Vagusnerv aktivieren.

Yoga und Bewegung

Studien haben gezeigt, dass Yoga und sanftes Training die Aktivierung des Vagusnervs durch das parasympathische Nervensystem erhöhen. Ein weiterer Grund, die Yogamatte herauszuholen!

Atemübungen und Meditation

Studien haben gezeigt, dass Personen, die an Depressionen, Angstzuständen und chronischen Schmerzen leiden, nach Teilnahme an einem regelmäßigen Achtsamkeits- und Meditationstraining eine bemerkenswerte Verbesserung der Schwere der Symptome zeigen. Das Zwerchfell und die Interkostalmuskeln zwischen den Rippen steuern die Atembewegung. Unter Stress, wird die Atmung flach und die Schultern werden bewegt, um Luft ein und aus zu atmen. Dieses Atemmuster verstärkt das Stressgefühl. Tiefes Atmen aktiviert das parasympathische Nervensystem, indem es den Vagusnerv stimuliert und dem Gehirn mitteilt, daß der Körper jetzt Zeit braucht sich auszuruhen und zu verdauen.

Soziale Verbundenheit

In Studien wurde belegt, dass die Wahrnehmung sozialer Verbundenheit zu erhöhten positiven Emotionen führt, was wiederum zu einer Zunahme der positiven Stimulation des Vagusnervs führt.

Probiotika

Die Forschung geht näher darauf ein, dass der Vagusnerv stark von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroben in dem Mikrobiom unseres Darms beeinflusst wird. Ein gesundes Darmmikrobiom ist daher für eine gesunde Funktion des Vagusnervs unerlässlich.

Cholin

Acetylcholin (ACh) ist der wichtigste vagale Neurotransmitter und hilft bei der Reduzierung entzündlicher Zytokine und der Verbesserung des Gedächtnisses und des Fokus. Cholin, eine Aminosäure, ist die Vorstufe und wird zur Herstellung von Acetylcholin benötigt. Dies ist an zahlreichen Schlüsselreaktionen beteiligt, einschließlich Muskelkontrolle, Gedächtnis und Vermittlung von Emotionen und Verhalten im Gehirn. All das aufgrund seiner Auswirkungen auf den Vagusnerv. Cholin ist auch wichtig für die Herz-Kreislauf-Funktion.

Obwohl pflanzliche Lebensmittel im Allgemeinen weniger Cholin enthalten als tierische Lebensmittel, sind sie in geringen Mengen in einer Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel enthalten. Keine Sorge, eine vegane Ernährung, bei der Vollwertkost im Vordergrund steht, kann also genug Cholin liefern. Pflanzliche Lebensmittel, die besonders viel Cholin enthalten, sind

– Tofu
– Sojamilch
– Kreuzblütler, insbesondere Brokkoli
– gekochte und getrocknete Bohnen
– Quinoa
– Erdnüsse
– Pilze

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