Chronischer Stress und die Wirkung auf unser Hormonsystem

Chronischer Stress bringt unseren Körper aus dem Gleichgewicht, psychisch und körperlich – hormonelle Auswirkungen durch Stress sind bei Frauen besonders stark und folgenreich.

Unser Körper ist darauf eingestellt in schwierigen Situationen auf eine bestimmte Art und Weise zu reagieren, die uns vor Angriffen schützen soll. 

Diese Reaktion, wie z.B. eine Bedrohung durch einen Angreifer oder gefährliche Tiere sind heute selten. Unser Stress spielt sich auf einer anderen Ebene ab. 

Die Anforderung kommt durch eine enorme Arbeitsbelastung, Familienorganisation, Beziehungsthemen, Geldsorgen und noch mehr. 

Unser Körper behandelt diesen „Angriff“ als ständige Bedrohung. 

Psychisch entsteht der unterbewusste Eindruck, ständig einem Angreifer ausgesetzt zu sein. 

Wir wollen uns gegen diesen Angriff wehren, doch oft wissen wir gar nicht wo wir anfangen sollen und ob wir es überhaupt schaffen.

 

Die natürliche Stressreaktion verstehen

 

Ein gutes Beispiel für eine einfache Stresssituation ist ein bedrohliches Hundegebell beim Joggen. Dies löst ein Alarmsystem im Hypothalamus aus. Dies ist eine winzige Region an der Basis des Gehirns.

Durch eine Kombination von Nerven- und Hormonsignalen veranlasst dieses System der Nebennieren (diese befinden sich über den Nieren) einen Anstieg von Hormonen, einschließlich Adrenalin und Cortisol.

Adrenalin erhöht die Herzfrequenz, erhöht den Blutdruck und steigert die Energieversorgung.

Cortisol, das primäre Stresshormon, erhöht den Zucker (Glukose) im Blutkreislauf, verbessert die Verwendung von Glukose durch das Gehirn und erhöht die Verfügbarkeit von Substanzen, die Gewebe reparieren.

Cortisol schränkt auch Funktionen ein, die in einer Kampf-oder-Flucht-Situation unwesentlich oder schädlich wären.

Es verändert die Reaktionen des Immunsystems und unterdrückt das Verdauungssystem, das Fortpflanzungssystem und Wachstumsprozesse. Dieses komplexe natürliche Alarmsystem kommuniziert auch mit den Gehirnregionen, die Stimmung, Motivation und Angst steuern.

Wenn die natürliche Stressreaktion überhand nimmt

Das Stressreaktionssystem des Körpers ist normalerweise selbstlimitierend. Das bedeutet, sobald eine wahrgenommene Bedrohung vorüber ist, normalisieren sich sämtliche Hormonspiegel.

Wenn der Adrenalin- und Cortisolspiegel sinkt, kehren die Herzfrequenz und der Blutdruck auf das Ausgangsniveau zurück und andere Systeme nehmen ihre regulären Aktivitäten wieder auf. Dies geschieht innerhalb kürzester Zeit.

Aber wenn Stressoren immer vorhanden sind und man sich ständig angegriffen fühlt, bleibt diese Kampf-oder-Flucht-Reaktion eingeschaltet. Man fühlt sich überdreht und unausgeglichen.

Die langfristige Aktivierung des Stressreaktionssystems und die daraus folgende Überbelastung mit Cortisol und anderen Stresshormonen können fast alle Prozesse des Körpers stören.

 

Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko für viele Gesundheitsprobleme, darunter:

 

Zyklusstörungen

Menstruationsbeschwerden

Probleme schwanger zu werden

Angstzustände

Depressionen

Verdauungsprobleme

Kopfschmerzen

Muskelverspannungen und Schmerzen

Herzerkrankungen, Herzinfarkt, Bluthochdruck und Schlaganfall

Schlafstörung

Gewichtszunahme

Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

 

Deshalb ist es so wichtig, gesunde Wege zu finden, mit den Lebensstressoren umzugehen.

Warum wir auf Stressfaktoren in einer bestimmt Weise reagieren

Die Reaktion auf ein potenziell stressiges Ereignis ist individuell. Dies wird durch Faktoren beeinflusst wie z.B. Genetik.

Die Gene, die die Stressreaktion kontrollieren, halten ein ziemlich konstantes emotionales Niveau und rüsten den Körper nur gelegentlich auf Kampf oder Flucht.

Überaktive oder unteraktive Stressreaktionen sind auf geringfügige Unterschiede in diesen Genen zurückzuführen.

Ein weiterer Faktor sind die Lebenserfahrungen.

Starke Stressreaktionen lassen sich manchmal auf traumatische Ereignisse zurückführen. Menschen, die als Kinder vernachlässigt oder missbraucht wurden, sind in der Regel besonders anfällig für Stress. Dasselbe gilt für Überlebende von Gewalt, Verbrechen, schweren Schicksalsschlägen, emotionalen, physischen und psychischen Misshandlungen.

Manche Menschen sind bei fast allem entspannt und andere reagieren in den kleinsten Stresssituation total über. Das Spektrum der Reaktion kann überall zwischen den Extremen sein. Es gibt hierfür keine Messlatte.

Wichtig ist zu überprüfen, wie man sich selbst dabei fühlt.

Gesund auf Stress reagieren lernen

Stressige Ereignisse sind Tatsachen des Lebens. Das steht fest. Jedoch sind wir diesen Situationen nicht hilflos ausgeliefert.

Es gibt sehr effiziente Möglichkeiten Stress zu bewältigen. Dabei helfe ich dir gerne.

Wenn du an einer Beratung zum Thema Stressmanagement interessiert bist, dann melde dich über das Kontaktformular und wir vereinbaren zeitnah ein halbstündiges Beratungsgespräch (online) auf Spendenbasis.

Wir können Schritte unternehmen, um die Auswirkungen dieser Ereignisse zu bewältigen. Wir können lernen, die Ursachen von Stress zu erkennen und in Stresssituationen physisch und emotional anders zu reagieren.

Strategien zur Stressbewältigung umfassen z.B.:

Entspannungstechniken wie EFT, Reiki, Tiefenatmung, Massage oder Meditation 

Führen eines Tagebuchs (Journaling)

Achtsamkeitsübungen

Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf

Hobbys

Gesunde Freundschaften pflegen und mit Freunden und Familie den Kontakt pflegen

Humor und Lachen in dein Leben integrieren

Organisieren und priorisieren lernen (hierbei gebe ich dir sehr gerne Hilfestellung)

Eine professionelle Beratung, die dir bei all den o.g. Punkten helfen kann, spezifische Bewältigungsstrategien im Umgang mit Stress zu entwickeln.

Vermeide ungesunde Methoden zur Stressbewältigung wie Alkohol, Tabak, Drogen oder übermäßiges Essen.

Ein positiver Umgang mit Stress bzw. die Reduzierung von Stressreaktionen bringen dir langfristig eine bessere Lebensqualität und natürlich eine bessere Gesundheit.

 

Wir sind nicht in unserem Leben gefangen – wir können alles ändern, jeder kleine Schritt dabei zählt.

 

 

 

 

 

Quellen:

  1. How stress affects your health. American Psychological Association. https://www.apa.org/topics/stress/health. Accessed March 19, 2021.
  2. Stress effects on the body. American Psychological Association. https://www.apa.org/topics/stress/body. Accessed March 19, 2021.
  3. Lower stress: How does stress affect the body? American Heart Association. https://www.heart.org/en/healthy-living/healthy-lifestyle/stress-management/lower-stress-how-does-stress-affect-the-body. Accessed March 18, 2021.
  4. Stress and your health. U.S. Department of Health & Human Services. https://www.womenshealth.gov/mental-health/good-mental-health/stress-and-your-health. Accessed March 18, 2021.
  5. AskMayoExpert. Stress management and resiliency (adult). Mayo Clinic. 2019.
  6. Seaward BL. Essentials of Managing Stress. 5th ed. Jones & Bartlett Learning; 2021.
  7. Seaward BL. Managing Stress: Skills for Self-Care, Personal Resiliency and Work-Life Balance in a Rapidly Changing World. 10th ed. Jones & Bartlett Learning; 2022.
  8. Olpin M, et al. Stress Management for Life. 5th ed. Cengage Learning; 2020.
  9. Hall-Flavin DK (expert opinion). Mayo Clinic. March 23, 2021.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.