Die Menstruation und wie sie funktioniert

Eine natürliche Begebenheit

Es ist immer wieder interessant festzustellen, was Frauen über ihren Zyklus bzw. generell über die Periode wissen. Noch vor 20, 30 Jahren war das Thema Tabu. Ich kann mich noch genau erinnern, wie das Thema unter den Tisch gekehrt wurde und als junge Frau für mich all meine Fragen im Sand verliefen.

Ist es heute anders?

Die Annahme, dass alles bestimmt seine Richtigkeit hat, herrscht vor. Schmerzen oder Unwohlsein gehören einfach dazu. Auch bei Frauenärzten/innen ist nicht immer eine ausreichende Information oder Erklärung zu bekommen. Oft wird bei Zyklusbeschwerden die Pille empfohlen oder andere Hormonpräparate. Wenn Frau allerdings genau informiert ist, dann kann sie im Vertrauen auf ihr eigenes Körperverständnis Maßnahmen ergreifen und ihren eigenen Zyklus wieder in Einklang bringen. Jede Frau ist anders und sollte daher auch ein umfangreiches Gefühl für den eigenen Körper entwickeln. Nicht der Arzt „macht“ einen Körper wieder gesund. Es ist die Person selbst die mit dem eigenen Körper wieder gesund wird. Ein Arzt hat nicht die Macht so etwas zu tun. Ein Arzt ist dafür da, Ratschläge für einen Weg der Besserung zu erteilen und kann ggf. Medikamente vorschlagen, die dabei helfen. Die Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen ist der erste Schritt in Richtung Verantwortung für das Wohlbefinden.

 

Aber was ist nun der Menstruationszyklus genau und wie funktioniert das alles?

Ein Menstruationszyklus ist die wiederkehrende Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und die Heranreifung einer Eizelle im Eierstock.

Der weibliche Zyklus beginnt stets mit dem ersten Tag der Blutung. Die Blutung dauert zwischen mindestens zwei und nicht mehr als sieben Tage. Der komplette Zyklus dauert circa 21 bis 35 Tage. Im Durchschnitt sind es 28 Tage. Ein Wert der oft als „normal“ bezeichnet wird. Aber auch weniger als 28 Tage ist völlig in Ordnung und bis zu 35 Tagen auch kein Problem. Bei jüngeren Frauen ist der Zyklus öfter auf der längeren Seite. Im Teenageralter sind längere Zyklen ebenfalls gegeben, da sich der Zyklus noch in der Entwicklung befindet.

 

Im Erwachsenenalter können längere oder kürzere Zyklen auf einen fehlenden Eisprung oder eine verkürzte zweite Zyklushälfte hinweisen, eventuell bedingt durch einen Progesteronmangel.

 

Der Zyklus startet mit der Follikelphase gefolgt von der Ovulationsphase (Zyklusmitte) und danach beginnt die Lutealphase.

Diese Phasen schauen wir uns nun genauer an:

1) Follikelphase

In der Follikelphase (Ein Follikel ist ein bläschenartiges Gebilde im Innern der Eierstöcke, in dem eine Eizelle heranreift. Pro Zyklus reift normalerweise nur ein Follikel ganz aus. Er ist dann bis zu 20 mm groß und mit Flüssigkeit gefüllt.) ist der Körper bereit für eine mögliche Empfängnis. In dieser Phase ist das Östrogen dominant. Es ist dafür zuständig, daß sich die Schleimhaut aufbaut und im Falle einer Befruchtung das Ei einnisten kann. Der Östrogenspiegel steigt bis hin zur Zyklusmitte. Wenn ein bestimmter Wert erreicht ist, (dieser Wert wird in unserem Gehirn überwacht) bekommt der Körper das Signal zum Eisprung. Der Follikel platzt auf und gibt die Eizelle frei, die nun vom Eierstock über den Eileiter in die Gebärmutter wandert. Dieser Vorgang wird Ovulation oder Eisprung genannt.

2) Ovulationsphase

Dieser Eisprung findet etwa am 14/15 Tag im Zyklus statt. Frauen die ein gutes Körpergefühl entwickelt haben, können diesen Vorgang der Veränderung spüren. Mit dem Eisprung öffnet sich auch der Muttermund ein kleinwenig, damit eventuell ankommende Spermien leichter an ihr Ziel kommen. Die Eizelle bleibt nach dem Eisprung circa 24 Stunden empfängnisfähig.

 

3) Lutealphase

Der sogenannte Gelbköper entwickelt sich aus dem Follikel der durch den Eisprung zurückgeblieben ist. Dieser Gelbkörper ist eine sogenannte endokrine Drüse (Sekretionsmodus von Drüsenzellen), die sich nach dem Eisprung aus dem leeren Eibläschen gebildet hat. Nun bildet sich das Hormon Progesteron aus diesem Gelbköper. Kam es zu keiner Schwangerschaft bildet sich der Gelbkörper wieder zurück. Dies dauert ungefähr 10 Tage (der Durchschnitt liegt bei 14 Tagen). Danach wird die Progesteronproduktion eingestellt und die Schleimhautschichten lösen sich ab. Die Blutung setzt ein. Der Zyklus beginnt nun wieder von vorne.

 

Wie lange dauert die Blutung?

Im Durchschnitt dauert die Blutung zwischen 2 und 7 Tagen. Die Blutung ist die Zeit, in der Hygieneartikel benötigt werden. Schmierblutungen vor einsetzen der Blutung können ein Hinweise auf einen Progesteronmangel sein.

Wie stark darf eine Menstruation sein?

Jeder Monat kann unterschiedlich sein. Hattest du Stress? Gab es besonders schwierige Situationen oder war alles heiterer Sonnenschein? Ein kleines Tagebuch oder im Kalender besondere Ereignisse (gute oder auch nicht so gute) einzutragen helfen dabei, Rückschlüsse zu ziehen und unter Umständen direkt entgegen zu wirken.

Ein Tagebuch gibt Aufschluss bei Stress im Alltag. Aber auch die schönen Momente werden wieder lebending.
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Von einer starken Monatsblutung spricht man, wenn die Blutung länger als 7 Tage dauert oder (eventuell noch zusätzlich) die Gesamtmenge des Blutes mehr als 30 – 50 Milliliter beträgt.

Es gibt hierbei zwei Varianten.

Eine Periode die länger als 7 Tage dauert ist natürlich auch mit einem höheren Blutverlust verbunden. Dies wird Menorrhagie genannt.

Ist die Blutung sehr stark und der Blutverlust über 80 Milliliter spricht man von einer Hypermenorrhö. Hierbei kann das Blut auch Blutklumpen enthalten.

Doch nicht gleich jede Unregelmäßigkeit sollte ein Grund zur Sorge werden. Wie schon erwähnt, jede Frau ist anders. Wenn du dich trotz einer stärkeren Periode gut fühlst und in deinem Tagesablauf nicht behindert bist, dann ist es kein Problem. Ohne Schmerzen oder Erschöpfung ist auch eine stärkere Periode keine Ursache in Panik zu geraten. Sollten sich Beeinträchtigungen einstellen, dann ist es jedoch an der Zeit auf natürlichem Weg die Periode wieder in eine angenehmere Zeit zu verwandeln. Nicht selten sind Stress, Ernährung, Vitalstoffmangel und hormonelle Schwankungen dafür verantwortlich, gerade nach Absetzen der Pille oder Spirale. Weitere Gründe sind auch Pubertät und Wechseljahre. Schon beim Aufzählen der Gründe wird einem klar, daß es in der heutigen Zeit mit Arbeit verbunden ist, eine regelmäßige und problemlose Periode haben zu wollen. Es ist wichtig diese „Störfaktoren“ im Auge zu behalten. Ernährung und Vitalstoffmangel sollte generell einen besonderen Platz in der Gesundheitsvorsorge bekommen.

Was ist ein unregelmäßiger Zyklus?

Ein Kalender ist gut, um die Regelmäßigkeit des Zyklus zu dokumentieren.
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Was viele nicht wissen, Zyklusschwankungen von +/- 2 bis 4 Tagen sind völlig normal. Schließlich ist der Körper kein Google Kalender. Bei Verhütungsmethoden wie z.B. mit der Pille ist der Zyklus selbstverständlich genauer.

Mit unregelmäßig Zyklen sind Zyklen von großen Unterschieden gemeint wie z.B. alle 2 Monate, sowie ein Zyklus, der nicht ungefähr zur immer gleichen Zeit wiederkommt und/oder gar ganz ausbleibt. Frauen die solchen Zyklusschwankungen ausgesetzt sind, leiden häufiger an Schmerzen und stärkeren Blutungen. Die Ursachen hierfür sind genau wie bei starken Blutungen, Stress, Ernährung (besonders bei Anorexie und Untergewicht) doch auch Krankheiten wie z.B. das PCO-Syndrom (PCO = erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut.) Symptome können sein: Akne, fettige Haut, vermehrte Körperbehaarung, Ausfall des Kopfhaares. Unregelmäßige Eisprünge (manchmal finden über Monate gar keine Eisprünge statt) und unregelmäßige Regelblutungen sowie Erkrankungen der Nebennieren (Die Nebenniere ist ein paarig angelegtes Organ, das auf dem oberen Pol der beiden Nieren sitzt. Sie ist eine Hormondrüse, die in zwei Bereiche unterteilt ist – Nebennierenmark und Nebennierenrinde. Sie produzieren unterschiedliche Hormone wie das Stresshormon Adrenalin (im Mark)).

Weitere Störungen können in der Hypophyse begründet sein. Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ist das zentrale Steuerorgan für viele hormonelle Funktionen im Körper. Der Hypothalamus (Zwischenhirn) sendet der Hypophyse verschiedene hormonelle Botenstoffe. Hieraus entstehen ein komplexer Regelkreis und ein hormonelles Steuerungssystem). Dadurch können Schilddrüsenfunktionsstörungen entstehen. Bei Verdacht auf eine dieser Ursachen, solltest du einen Arzt hinzuziehen. 

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